Warnung vor Armut der Landbevölkerung in Deutschland

26. Oktober 2010

Im Ergebnis einer dreitägigen Tagung am zurückliegenden Wochenende zum Thema “Armut und Ausgrenzung auf dem Lande” wurde in Wittenberg eine Information veröffentlicht. Die Tagung fand im Rahmen des Europäischen Jahres 2010 gegen Armut und soziale Ausgrenzung statt. Als Veranstalter und Referenten wirkten Einrichtungen und Vertreter verschiedener Evangelischer Einrichtungen, der Diakonie, von Wohlfahrtsverbänden, der Wissenschaft und des Landes Sachsen-Anhalt mit.Im Mittelpunkt der Vorträge und Diskussionsrunden stand die schwierige Situation in den ländlichen Regionen Sachsen-Anhalts, Sachsens und Thüringens.
Dabei warnten Sozialexperten und angesehene Vertreter der teilnehmenden Einrichtungen vor der zunehmenden Armut unter der Landbevölkerung in den neuen Bundesländern.
Bedingt durch Bevölkerungsrückgang durch Abwanderung und Überalterung wurden ehemalige Kleinstädte zu Siedlungen, Dörfer verwaisten und Arbeitsplätze sind nicht oder kaum noch vorhanden. Eine Infrastruktur gibt es in diesen Regionen kaum noch.

An einer zielgerichteten Verbesserung der Lebens- und Arbeitsverhältnisse sowie der Bildungsprobleme der Menschen in diesen dünn besiedelten ländlichen Gebieten werde erkennbar nicht gearbeitet. Konzepte zur Armutsbekämpfung fehlten. Mit der ersatzlosen Abschaffung von Genossenschaften und Kombinaten nach der Wende wurde vielen Dörfern die Versorgungsgrundlage entzogen, Einkaufsmöglichkeiten, Verkehrsanbindungen und Sozialstrukturen fielen weg.
Die heute hier noch lebenden Menschen seien oftmals Besitzer maroder Häuser und teilweise unbewirtschafteter Grundstücke, wodurch ihnen ein Anspruch auf Sozialleistungen nicht zusteht.
Hilfe durch eine intakte Dorfgemeinschaft oder Familie ist oft nicht möglich, da diese nicht mehr bestehen.

Nach all diesen Feststellungen stellt sich sicher nicht nur so manchem Thüringer, Sachsen-Anhaltiner und Sachsen die Frage, wie dies alles mit dem propagierten erfolgreichen Modell Sozialer Marktwirtschaft, dem Bemühen des Staates um sozialen Ausgleich, der festgeschriebenen Sozialpartnerschaft und einer weltweit viertgrößten Volkswirtschaft, die circa neun Prozent Anteil am Welthandel hat, vereinbar ist.

 

 

Gefahren beim Grillen

19. August 2008

Jetzt im Sommer ist wieder Hochsaison für alle Grillfans. Überall in den Gärten, von den Terrassen und den Balkonen kann man den verführerischen Duft wahrnehmen.  Grillen gehört einfach zum Sommer dazu. Nichtsdestotrotz sollte man es mit dem Grillen weder übertreiben noch zu arglos mit seinem Grillgut umgehen. Schnell werden Grillsteaks oder Thüringer Rostbratwürste nämlich zu einer langfristigen Gefahr für die Gesundheit.

So weit muss man es allerdings nicht kommen lassen. Die größte Gefahr für die Gesundheit geht von gesalzenem und in diesem Fall insbesondere von gepökeltem Grillgut aus. Das Pökelsalz verbindet sich unter hohen Temperaturen, wie sie beim Grillen auftreten, nämlich mit dem Eiweiß des gepökelten Fleisches zu Nitrosaminen. Und diese wiederum sind krebserregend.

Ebenfalls krebserregend sind aromatische Kohlenwasserstoffe. Diese entstehen, wenn Fleischsaft oder Fett in die heiße Glut tropft. Derart eingenebeltes Fleisch kann dann ebenfalls Krebs verursachen. Da hilft eigentlich nur, die bei zahlreichen Grillfreunden verpönte Aluschale. Aber wem seine Gesundheit lieb ist und trotzdem nicht auf das Grillvergnügen verzichten möchte, sollte lieber eine solche Aluschale unterlegen.

Ein letzter Tipp noch auf die Schnelle: wer langsam und mit niedrigerer Temperatur grillt, der schont sein Grillgut und seine Gesundheit. Und zumindest vom Grillfleisch und von Rostbratwürsten ist bekannt, dass diese beim langsamen und schonenden Grillen mehr Geschmack entwickeln.

Rennsteig – Stiefkind des Wanderverbandes ?

21. Juli 2008

Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet der Rennsteig, der wohl bekannteste deutsche Wanderweg, noch nicht das Zertifikat “Qualitätswanderweg” erhalten hat? Und das, obwohl es sich beim Rennsteig um einen der schönsten Wanderwege in ganz Deutschland handelt. Führt er doch über eine Länge von mehr als 160 Kilometern über den Kamm des Thüringer Waldes und gewährt an so manchem Ort einen atemberaubenden Blick in das zauberhafte Bundesland Thüringer.

Dennoch konnten allein in Thüringen bereits acht Wanderwege vor dem Rennsteig das begehrte Zertifikat erlangen. Was auf den ersten Blick als herausragende Stärke und große Seltenheit für den Rennsteig spricht, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als wirklicher Nachteil. Die Rede ist hierbei von der historischen Bedeutung des Rennsteig. Schließlich wurde der Verlauf des Rennsteig bereits vor fast 700 Jahren urkundlich erwähnt. Gerade diese Besonderheit scheint ihm heute den Zugang zu dem Zertifikat Qualitätswanderweg zu erschweren.

Aufgrund seiner langen Geschichte und seiner großen historischen Bedeutung als Transportweg führt der Rennsteig heute vergleichsweise of an größeren Straßen vorbei. Und genau darin sehen die Mitarbeiter des Deutschen Wanderverbandes ein Problem. Aus diesem Grund wurde nun von Seiten des Regionalverbundes Thüringer Wald die Initiative ergriffen. Auf mehr als 20 Kilometern wurden Ausweichstrecken ausgeschildert, die auf verschlungenen Waldwegen zu besonderen Sehenswürdigkeiten führen. Damit, so die Hoffnung des Regionalverbundes, sollen die Kriterien des Deutschen Wanderverbandes erfüllt werden.

Durch die Verleihung des Zertifikates erhofft man sich natürlich einen größeren Bekanntheitsgrad und eine steigende Besucherzahl. Das ist auch dringend notwendig, wenn man bedenkt, dass die Zahl der Wanderer auf dem Rennsteig seit Jahren rückläufig ist. Dabei hat ein Urlaub im Thüringer Wald doch einiges mehr zu beiten, als ausschließlich Wandern. Warum nicht einfach die große Angebotsvielfalt der Thüringer Herbergsbetriebe kombinieren und es sich nach einem Wandertag beispielsweise bei Wellness in Thüringen so richtig gut gehen lassen. Auch andere Sportarten können aktiv in Thüringen ausgeübt werden. Und Abends kann man in der Sauna entspannen, es sich bei Wellnessbädern oder Massagen gut gehen lassen oder die Seele bei einem erstklassigen Gourmet-Menü baumeln lassen.

Unterschied zwischen Autogas und Erdgas

06. Mai 2008

Bei den steigenden Benzinpreisen ist das Thema Autogas in aller Munde. Immer mehr Autobesitzer wollen Autogasanlagen bestellen und so den hohen Benzinpreisen entkommen. Bei zahlreichen Pkw´s sieht man am Heck bereits einen Aufkleber mit der Aufschrift Erdgas oder aber mit der Aufschrift Autogas prangen. Werden diese Fahrzeuge aber eigentlich mit dem selben Kraftstoff betrieben?

Nein, werden sie nicht. Erdgas und Autogas sind zwei vollkommen verschiedene Paar Schuhe. Und um eine Verwechslung an den Tanksäulen auszuschließen, sind beide mit gänzlich verschiedenen Tanksystemen ausgestattet. Eine Verwechslung kann nämlich verheerende Folgen haben.

Um sich die Unterschiede zwischen den beiden Kraftstoffen zu verdeutlichen genügt ein Blick auf die gängigen und recht geläufigen Abkürzungen. So wird Erdgas als CNG (Compressed Natural Gas) bezeichnet. Aus der Übersetzung aus dem Englischen ergibt sich, dass es sich beim Erdgas also um ein natürlichvorkommendes und komprimiertes Gas handelt.

Beim Autogas, das auch LPG (Liquified Petroleum Gas) genannt wird handelt es sich nicht um ein natürlich vorkommendes Gas. Vielmehr handelt es sich beim Autogas um ein Gasgemisch, das im Wesentlichen die Gase Propan und Butan enthält. Der englische Name weist darauf hin, dass dieses Gemisch verflüssigt wird.

Das Gefahrenpotential liegt beim benötigten Druck, um das jeweilige Gas flüssig zu halten oder zumindest soweit zu komprimieren, dass es ein geringes Volumen einnimmt. Da Autogas verflüssigt wird, behält es diesen Aggregatazustand auch bei normalen Temperaturen und einem vergleichsweise geringen Druck bei. Erdfgas hingegen wird einem erheblich stärkerem Druck ausgesetzt, um es zu komprimieren. Für diese unterschiedlichen Druckverhältnissen sind auch die jeweiligen Tanksysteme ausgelegt.

Würde man einen auf weniger Druck ausgelegten Autogastank mit Erdgas bzw. CNG befüllen, könnte es passieren, dass dieser Tank unter dem erheblich größeren Druck explodiert.

Alles in Butter

05. Mai 2008

Woher kommt eigentlich der Ausspruch: “Alles in Butter” ?

Was dieses geflügelte Wort besagt, weiß eigentlich jeder. Es soll zum Ausdruck bringen, dass etwas in Sicherheit ist, seinen rechten Gang gehen wird bzw. keine Probleme auftreten werden. Wo liegt allerdings der Ursprung dieser Redewendung?

Diese Redewendung geht auf eine Zeit zurück, als die Kunst der Glasverarbeitung noch nicht im gesamten europäischen Raum gleichweg bekannt war. Damals waren an den Königshäusern sehr teure und kostbare Glasprodukte aus Norditalien beliebt. Während des langen Transports mit Pferd und Wagen nahmen die zerbrechlichen Kostbarkeiten häufig Schaden. Und so gingen findige Händler dazu über, die gläsernen Schmuckstücke in Fässer zu legen, die anschließend mit warmer Butter gefüllt wurden.

Kühlte die Butter ab und verhärtete sich, waren die Gläser sicher und fest umhüllt und konnten ihre holperige Reise nach Nord- und Mitteleuropa, wie zum Beispiel Thüringen antreten.
Wenn also “Alles in Butter” gelagert war, konnte nichts mehr passieren.